Schweizerischer Jugendmusikwettbewerb

Concours Suisse de Musique pour la Jeunesse

Concorso Svizzero di Musica per la Gioventù

Concurrenza Svizra da Musica per la Giuventetgna

Schweizerischer Jugendmusikwettbewerb

Tössertobelstrasse 1

8400 Winterthur

Trigger

Urs Schnell

Direktor Fondation Suisa

2018

Liebe Musikerin, lieber Musiker

Du hast auf vieles verzichtet. Auf Dinge, die Du vielleicht ebenso gerne gemacht hättest. Aber Du hast geübt. Stundenlang. Du hast hart gearbeitet, während andere ihre Freizeit genossen haben. Ja, Du hast Stunden investiert für dieses eine Stück, für diese eine knifflige Passage.

Talent zu besitzen, kann ganz schön anstrengend sein!

Aber jetzt bist Du da und lässt Dein Können im Rahmen des Schweizerischen Musik Wettbewerbes bemessen und beurteilen. Du willst wissen, wo Du stehst. Du willst einen Schritt weitergehen. Weitermachen. Spielen – immer und immer wieder.

Das eigene Talent nicht zu verschwenden, das verdient allerhöchsten Respekt!

Respekt gegenüber Dir, aber auch gegenüber Deinem Umfeld. Die Eltern, die Dir dies ermöglichen. Die ausgebildeten und motivierten Lehrkräfte, die Dein Potenzial erkannt haben. Die professionell geführten Musikschulen, die Dir eine solide Basis ermöglichen. Und last but not least: All Deine Freunde, die so oft und so lange auf Dich verzichten müssen, während Du diesen musikalischen Weg gehst.

Ein Talent zu fördern, kostet Zeit, benötigt viel Geld und Energie und braucht – manchmal – auch starke Nerven!

Und ja, endlich ist es soweit. All die Stunden, all Dein Einsatz für diesen einen Moment. Du bist ans Come Together gekommen, um uns alle zu überzeugen: Das Publikum genauso wie die Jury. Und Du kannst Dir sicher sein: Wir alle drücken Dir die Daumen. Weil wir wissen, dass sich Dein Einsatz gelohnt hat, denn:

Einem Talent zuzuhören, heisst: Einen unvergesslichen musikalischen Moment erleben zu dürfen!

Urs Schnell, Direktor FONDATION SUISA – Mai 2018

Trigger

Dr. Silvia Steiner

Regierungsrätin und Bildungsdirektorin Kanton Zürich

2018

Die Schweiz macht Musik. Auf höchster Ebene, in der Bundesverfassung, bekennt sie sich dazu. Die musikalische Bildung, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, soll gestärkt werden, indem Bund und Kantone für einen hochwertigen Musikunterricht sorgen. Kinder und Jugendliche sollen die Möglichkeit erhalten, sich in der Freizeit musikalisch zu betätigen. Und junge Menschen mit besonderer musikalischer Begabung sollen speziell gefördert werden. Musik bewegt die Jugend in Körper und Geist. Als sinnvolle Freizeitgestaltung fördert sie die Kreativität und stärkt das Selbstbewusstsein. Gewonnen werden wichtige Tugenden fürs Leben wie Durchhaltewillen, Disziplin, Ausdauer und Fleiss. Nicht von ungefähr schneiden Jugendliche, die das Musizieren dem übermässigen Surfen, Gamen und Chatten vorziehen, nachweislich besser in der Schule ab. Musik schweisst zusammen. Im Grossen wie im Kleinen. Sie fördert den Teamgeist, schafft gemeinsame Erlebnisse. Musik kennt keine Barrieren, schon gar keine sprachlichen. Mit der Verteilung der Wettbewerbe auf verschiedene Orte in der Schweiz bringt der Schweizerische Jugendmusikwettbewerb den Geist der Musik in alle Landesteile und trägt zu deren kulturellen Verbindung bei. DE Der Schweizerische Jugendmusikwettbewerb macht Musik deshalb nicht nur hör-, sondern auch sichtbar. Und dieser Wettbewerb kennt nur Gewinner: Die Teilnehmenden, die nur schon mit ihrem Mitmachen gewinnen. Die Schweiz, die sich verbindet. Ich selber bin eine grosse Musikliebhaberin. Ich besuche regelmässig Konzerte. Dabei ist es mir nicht wichtig, ob Klassik, Jazz, Pop oder Rock gespielt wird. Besonderen Eindruck macht mir beispielsweise seit Jahren ein befreundeter Organist, der auf seiner Kirchenorgel aus dem üblichen Rahmen heraustritt und auf seinem sakralen Instrument neben Bach auch Volksmusik und Pop darbietet. Dank Musik kann ich optimal entspannen und auch neue Kraft für den Alltag tanken. Ich danke allen, die zum Erfolg des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs beitragen und wünsche den jungen Musikerinnen und Musikern viel Erfolg!

Trigger

Seven

Musiker

2018

In unseren Breitengraden züchten wir Menschen mit dem Ziel, dass alle identisch sind. Die Schemen, in welche die Kinder passen sollen, sind uralt, und meist vorgegeben, bevor das Kind den ersten Schultag antritt. Wir erschaffen Maschinen und doch will jeder der neue Steve Jobs sein. Pioniere werden hierzulande erst beachtet, wenn sie sich mit vollem Einsatz und Risiko durch die Täler der Repetition und Wälder des Gleichstroms gekämpft haben. Erst, wenn sie nicht ernst genommen, belächelt wurden und trotzdem nicht von ihrem Weg abgekommen sind. Wir bilden aus, um zu dienen und zu erledigen. Aber die Welt braucht Entscheider, Macher, Visionäre und Menschen, die jeden Tag Probleme und Herausforderungen meistern, welche es zur jeweiligen Schulzeit noch gar nicht gab. Wir lehren reine Fakten und bereiten die Kinder oft nicht darauf vor, wie mit sich rasch und stetig verändernden Umständen und Situationen umgegangen werden soll. Intuition, Flexibilität und Improvisationsgabe bleiben auf der Strecke. Dabei fehlt eine wichtige Zutat, die den Unterschied zwischen Visionär und Roboter ausmacht: Kreativität!

Vielerorts herrscht der Irrtum, dass nur Berufsgruppen wie Maler, Musiker, Schauspieler und viele weitere nicht einzugliedernde Freigeister kreativ sein müssen. Diejenigen mit „richtigen“, klassischen Berufen haben eben keine Zeit für solches Zeug. Diese Ansicht ist nach wie vor tief in unserer Gesellschaft verankert und unterbindet Energie, die dadurch nie freigesetzt wird, bevor sie alles verändern könnte. Egal ob beim Detailhändler an der Kasse oder als CEO einer Grossbank; Kreativität macht den Unterschied und trennt die Spreu vom Weizen. Sie macht den Unterschied zwischen den guten, soliden Mitarbeitenden und den Aufsteigern, den enthusiastischen Machern, die etwas verändern und vorantreiben.

Die Tätig- und Fähigkeiten Musik zu machen, kreativ zu sein und die eigene Fantasie zu nutzen lernen sollten meiner Meinung nach auf jeden Lehrplan gehören. Und dies mit dem gleichen Stellenwert, der den „wichtigen“ Fächern zugewiesen wird. Sich gehen lassen,  Emotionen und Ideen Raum und Aufmerksamkeit geben, dies ist das Training der Pioniere und Start Ups von Morgen. Miteinander Musik machen, aufeinander zu- und eingehen, Emotionen und Klänge verstehen und fühlen, dies alles gehört zu den besten „Sozialtrainings“ überhaupt. Musik ist Präsenz und kann nur gefühlt und nicht angefasst werden. Musik und musizieren sind ein Gefühl, zu welchem jeder Zugang haben und in Berührung kommen sollte. Deswegen ist Musikförderung keine Wohltätigkeitsarbeit oder ein Schoggitaler für einen guten Zweck, nein. Musikförderung und Jugendmusik ist eine wichtige Investition in unsere Gesellschaft, in unser Land sowie in unsere Wirtschaft und Zukunft.

Seven

Trigger

Helena Maffli

Präsidentin des Stiftungsrates SJMW

2018

Anlässlich der 43. Ausgabe des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs ist es mir eine Freude hervorzuheben, dass der Wettbewerb zu einem alljährlichen Ereignis geworden ist, an dem man in der Schweizer Landschaft der musikalischen Bildung nicht vorbeikommt. In einem Bundesstaat wie der Schweiz ist ein Ort unentbehrlich, wo junge Musikerinnen und Musiker unter der Betreuung ihrer Lehrerinnen und Lehrer und mit der Unterstützung ihrer Angehörigen sich mit ihresgleichen messen können. Der Entschluss, am Wettbewerb teilzunehmen, ist immer eine persönliche Mutprobe, doch die Betreuung durch den SJMW erlaubt es, das Abenteuer voller Zuversicht zu wagen. Jahr für Jahr setzen die Geschäftsstelle des Wettbewerbs, die lokalen Veranstalter, die Fachkommissionen und die Jurymitglieder alles in Bewegung, damit der Wettbewerb den jungen Menschen, die daran teilnehmen, ein Leben lang in positiver Erinnerung bleibt. DE Ungeachtet dessen, ob die jungen Teilnehmer einmal Amateurmusiker – im besten Sinne des Wortes – oder Berufsmusiker werden, ist der Wettbewerb immer nur eine Etappe auf ihrem Lebensweg. Nichtsdestotrotz gibt er ihnen die Möglichkeit, sich an sich selbst zu messen, ihresgleichen zu begegnen und zuzuhören und von einer professionellen Jury eine Rückmeldung zu bekommen. Eine solche Erfahrung hilft, die Motivation zu stärken und den Jungendlichen – und nicht zuletzt auch ihren Lehrern – eine Richtung zu geben. Die grosse Zahl der Teilnehmer aus allen Teilen des Landes und das Niveau der Preisträgerinnen und Preisträger stellen den SJMW auf Augenhöhe mit den besten Wettbewerben dieser Art in Europa. Darauf können wir stolz sein. Ohne die Unterstützung eines wachsenden Netzes von unterschiedlichen Akteuren, Partnern und Sponsoren, die zum dauerhaften Erfolg des Wettbewerbs beitragen, wäre ein solcher Aufschwung allerdings nie möglich gewesen. Im Namen des Stiftungsrates und in meiner Eigenschaft als dessen neue Präsidentin bedanke ich mich bei ihnen sehr herzlich für ihr Engagement.

Trigger

Sylvain Jaccard

Direktor des Neuenburger Musikkonservatoriums

2017

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Musikerinnen und Musiker

Für die Stadt La Chaux-de-Fonds ist es ein Vergnügen und eine Ehre, heuer das Finale des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs auszurichten. La Chaux-de-Fonds, drittgrösste Stadt der Westchweiz und Uhrenmetropole, bezaubert seine Besucher durch die Vielfalt seiner Architektur und seines Kulturangebots. Man denke nur daran, dass hier so grosse Persönlichkeiten wie Le Corbusier, Blaise Cendrars und Louis Chevrolet das Licht der Welt erblickten. Darüber hinaus wurden die Manufakturstädte La Chauxde-Fonds und Le Locle am 27. Juni 2009 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Ich hoffe, dass Sie die Zeit haben werden, das eine oder andere zu besichtigen, und sei es nur, um zur Aussichtsplattform des 14. Stockwerkes des Espacité-Turmes hochzufahren, um die fast 360-Grad-Aussicht auf das alte La Chaux-de-Fonds zu bewundern. Der besondere Stolz der Musiker der Region ist aber ohne Zweifel der Musiksaal (Salle de musique), der, daran sei erinnert, einer der besten der Welt ist. Man kann die Aufnahmen, die dort von Musikern aus der ganzen Welt gemacht wurden, schon gar nicht mehr zählen! Lädt man einen grossen Interpreten zum Auftritt in La Chaux-de-Fonds ein, so braucht man gar nicht zu insistieren, alle möchten das Vergnügen und die grosse Befriedigung erleben, ihr Instrument in diesem Saal mit seiner so aussergewöhnlichen Akustik erklingen zu lassen! Die Stadt La Chaux-de-Fonds ist also schon seit langem der Kultur, insbesondere der Musik sehr zugewandt. Davon zeugt die nebenstehende «prophetische Vision», die der Schweizer Komponist Bernard Reichel 1947 gezeichnet hat. Auf der Rückseite dieser Illustration steht folgende Widmung: «1967 wird in La Chaux-de-Fonds alles ganz anders sein, man wird sich einzig und allein mit Kunst und Musik (…) beschäftigen (…).» Sie werden es verstanden haben, Reichel stellte sich die Rolle vor, die das Konservatorium für die Bevölkerung spielen würde. Der einzige Unterschied zwischen der Vision des Komponisten und der Realität ist vielleicht die tatsächliche Anzahl Stockwerke unserer Institution … Doch wie Sie feststellen können, ist das Konservatorium ein Juwel im Herzen der Stadt. Sein Konzertsaal, der Faller-Saal, bietet ebenfalls eine aussergewöhnliche Akustik, die es Künstlern wie der grossen Pianistin HJ LIM erlaubte, für internationale Labels Aufnahmen zu machen. Sie werden es verstanden haben, wir sind stolz auf unsere Stadt, auf ihre Reichtümer und auf ihren Beitrag zur Kultur im Allgemeinen. Es ist also für uns ein grosses Vergnügen, diesen Stolz mit Ihnen im Rahmen dieses Wettbewerbes zu teilen. Ich wünsche mir, dass Sie alle, die Sie als Musiker an diesem Wettbewerb teilnehmen, in dieser Stadt eine grundlegende Erfahrung werden machen können, die es Ihnen erlaubt – um es mit den Worten von HJ Lim auszudrücken –, alle Ihre Ausdrucksmöglichkeiten zu entfalten und zu sublimieren.

Trigger

HJ Lim

Pianistin

2017

Was bedeutet das Wort Concours? Vom lateinischen Concursus stammend, bezeichnet es wider allen Erwartens das Streben nach einem gemeinsamen Ziel, nach Zusammenwirken. Wir sagen ja: prêter ou apporter son concours (seinen Beitrag leisten). Wenn der Concours eher eine Zusammenarbeit als eine Konkurrenz, eher ein sich gegenseitiges Helfen als eine Konfrontation ist, um nach einem gemeinsamen Ziel zu streben …? Aber was ist dann eigentlich dieses Ziel? Es ist die Kunst, der Ausdruck unseres Wesens, die Stimme des Unbeschreiblichen. Die Musik als Kunst erlaubt es, alle vorhandenen Ausdrucksmöglichkeiten zu entfalten und zu sublimieren. Das Musikinstrument ist nur, wenn man es so sagen kann, eine «Fähre». Wenn die Kunst das grundlegende Interesse ist, das uns Musiker innerhalb oder ausserhalb eines Wettbewerbs beseelt, dann bietet uns der Rahmen eines Musikwettbewerbs eine aussergewöhnliche Plattform, um die Vielfalt und die unterschiedlichen Welten eines jeden Künstlers zu entdecken. Darin können wir anderen Musikern der gleichen Generation begegnen, sie inspirieren und von ihnen inspiriert werden, um danach zu arbeiten und um uns alle zusammen auf demselben Weg zu bewegen. Somit scheint der Concours nicht das Ziel oder das Mittel zu sein, anderen überlegen zu sein, sondern nur eines der Instrumente, die es uns zu gegebener Zeit erlauben, Fortschritte zu machen. Der Concours ist gewissermassen die treibende Kraft dazu. «Gäbe es eine einzige Wahrheit, könnte man nicht hundert Bilder zum selben Thema malen», sagt Picasso. Es gibt so viele Beethoven wie es Interpreten gibt und man wünscht sich, jeden einzelnen anzuhören. Denn es geht nicht darum, «den Besten» zu suchen, sondern die Einzigartigkeit und die Authentizität des Werkes und des Wesens zu offenbaren, die dank der Intensität und der Tiefgründigkeit des Arbeitens zu Tage kommt. «Bin ich in der Erforschung des Werkes weit genug gegangen, so dass ich es schaffe, darin vollständig einzutauchen?» Dies ist die Frage, die ich mir stellen würde, noch bevor ich wissen möchte, ob das, was ich mache, richtig oder falsch ist. Was gibt es Schöneres als die Verschiedenartigkeit der musikalischen Ausdruckskraft und die Einzigartigkeit eines jeden zu entdecken und würdigen? Diese Vielfalt erlaubt es uns, die unterschiedlichsten Formen der Kreativität zum Ausdruck zu bringen. Wenn der Concours ein «gemeinsames Werk» ist, das es uns dank dem Mitwirken und der gegenseitigen Inspiration erlaubt, unsere künstlerische Ausdrucksweise zu entdecken, dann haben wir den Kern der Sache getroffen.

Trigger

Michael Eidenbenz

Präsident KMHS

2016

Im Wettbewerb gewinnen die Besten. Das liegt in der Natur der Sache und gilt auch für Musikwettbewerbe. Was heisst das: «die Besten»? Was es bedeutet, «gut» zu spielen, lässt sich meist noch leicht sagen. Es ist eine Frage der Technik, der Intonation, des Beherrschens der gewählten Stücke, der Grundmusikalität usw. – Schwieriger aber ist die Frage, was «am besten» bedeutet. Da geht es um Nuancen, um Einschätzungen, Meinungen, Präferenzen – und diese müssen diskutiert werden, hier setzt ein Gespräch ein. Die Jury diskutiert nach dem Vorspiel, aber auch die Teilnehmenden müssen ausprobieren, abwägen und entscheiden, welche interpretatorischen Abstufungen passend sind. Sie diskutieren zusammen mit ihren Lehrpersonen, vielleicht mit Kammermusikpartnern, aber auch alleine mit sich selber beim Üben. Es ist eine anspruchsvolle Arbeit, motorisch, sinnlich, intellektuell. Und es geschieht dabei ein Nachdenken über Musik, das nicht theoretisch ist, sondern sofort unmittelbaren Ausdruck findet – es ist eine kulturelle Arbeit! Indem er zu solcher Arbeit anspornt, fördert der Schweizerische Jugendmusikwettbewerb kulturelle Leistungen im besten Sinn: jung, spielerisch, nachhaltig. Einige Teilnehmende werden als die besten Preisträger erkoren werden und Preise erringen – verlieren aber wird niemand. Es ist ein Anlass, bei dem buchstäblich alle Beteiligten nur gewinnen können.

Trigger

Madeleine Herzog

Leitung Fachstelle Kultur, Direktion der Justiz und des Innern

2016

Dass sich Bewegung und gesunde Ernährung positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen auswirken, ist allgemein bekannt. Der grosse und vielfältige Einfluss der Musik auf den Menschen und seine Entwicklung wurde in den letzten Jahren hauptsächlich durch die Fortschritte der Hirnforschung bewusst gemacht. Diese Wirkung entsteht beim Musikhören, in noch viel grösserem Masse jedoch beim selber spielen oder singen und ganz besonders beim gemeinsamen Musizieren. Eine Erhebung des Bundesamtes für Statistik ist vor ein paar Jahren zum Schluss gekommen: «Musiziert wird (in der Schweiz) in erster Linie alleine. Nur gerade 37 Prozent spielen auch im Verbund mit anderen Musizierenden, am ehesten in Schweizer Volks- und Blasmusikgruppen.» Der Einsatz des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs ist deshalb doppelt wichtig: Der Wettbewerb fördert nicht nur das eigene Musizieren, sondern vor allem auch das gemeinsame Singen und Spielen. Bei seiner Gründung vor mehr als vierzig Jahren setzten sich die Initiantinnen und Initianten nämlich ein ganz klares Ziel: Die Förderung des Orchesternachwuchses. Dieses Ziel verfolgt der Wettbewerb bis heute mit grosser Konsequenz und noch grösserem Erfolg: Das musikalisch-technische Niveau der Teilnehmenden und damit auch die Spitzenleistungen haben sich in fast unglaublichem Masse weiterentwickelt und gesteigert. Damit ist der Wettbewerb zu einem wichtigen Türöffner für eine der heiss begehrten Orchesterstellen geworden. Neben diesem so wertvollen wie speziellen Ziel, das nur eine kleine Zahl der über tausend jährlich Mitwirkenden betrifft, stellt der Schweizerische Jugendmusikwettbewerb für ungezählte Jugendliche zwischen 8 und 22 Jahren ein wichtiges Etappenziel dar, welches nicht selten über Dranbleiben oder Aufgeben des Musizierens entscheidet. Mit seiner nationalen Präsenz und der dezentralen Struktur ist der Wettbewerb bis heute ein ideales Mittel zur Förderung des gemeinsamen Musizierens. Aus diesem Grund freut sich die Fachstelle Kultur des Kantons Zürich, diese sinn- wie lustvolle Veranstaltung mit einem Beitrag zu unterstützen.

Trigger

Dr. Manuel Rybach

Geschäftsführer der Credit Suisse Foundation

2015

Liebe Musizierende, liebe Musikfreunde

Die Partnerschaft mit der Stiftung Schweizerischer Jugendmusikwettbewerb (SJMW) bildet das Fundament der «Förderungspyramide» der Credit Suisse Foundation im Bereich der klassischen Musik. Seit 2004 unterstützen wir den SJMW bei seiner wichtigen Arbeit zugunsten von jungen Talenten, die sich mit viel Hingabe und Enthusiasmus der Musik widmen. Der SJMW ermutigt, eröffnet Möglichkeiten, vermittelt Freude und ermöglicht es jungen Musizierenden, erste Erfahrungen vor einer anspruchsvollen Jury und einem nicht minder erwartungsvollen Publikum zu sammeln. Über 1500 Kinder und Jugendliche zeigen Jahr für Jahr ihr Können in der klassischen Musik und in der Sparte Jazz, Rock&Pop. Aufbauend auf dieser Breitenförderung vergibt die Credit Suisse Foundation mit dem «Credit Suisse Young Artist Award» und dem «Prix Credit Suisse Jeunes Solistes» zwei hochstehende Klassikpreise, die die Leistungen von etwas erfahreneren Künstlerinnen und Künstler würdigen und sie der Spitze der Pyramide – dem internationalen Durchbruch – hoffentlich ein Stück näherbringen.

Wir danken der Stiftung Schweizerischer Jugendmusikwettbewerb dafür, dass sie die nötigen Voraussetzungen schafft, damit junge Talente sich entfalten und brillieren können. Im Namen der Credit Suisse Foundation wünsche ich allen Finalistinnen und Finalisten viel Spass und Erfolg.

Trigger

Lionel Bringuier

Chefdirigent Tonhalle-Orchester Zürich

2015

Die Förderung von jungen Musikerinnen und Musikern liegt mir sehr am Herzen. Es freut mich, dass der SJMW sich seit 40 Jahren so engagiert dafür einsetzt. Als Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters Zürich und in der Nachfolge des Gründers Gerd Albrecht stehend, bin ich der Stiftung dankbar für die nachhaltige Arbeit mit den jungen Talenten. Auch im Tonhalle-Orchester Zürich spielen einige ehemaligen Preisträger. Dank dem SJMW erfährt das Musikleben in der Schweiz Unterstützung in der frühen Förderung von talentierten Musikerinnen und Musikern und auch für die Breitenförderung setzt er sich ein.

Herzliche Gratulation zum 40. Jubiläum!

Trigger

Sol Gabetta

Musikerin

2014

Liebe junge Teilnehmer, liebe Freunde der Musik

Was kann es uns bringen, wenn wir die Kunst, ein Musikinstrument zu spielen, erlernen und an einem Musikwettbewerb teilnehmen?

Die musikalische Erziehung führt unter anderem über das Erlernen der Kunst, ein Instrument zu spielen. Dieses kann beziehungsweise sollte bereits in früher Kindheit, also im Alter von vier oder fünf Jahren, beginnen. Dieses Lernen geht weit über rein musikalische Kenntnisse hinaus, es ist eine offene Türe für vielfältiges Wissen.

Zunächst einmal fördert die musikalische Erziehung die Entwicklung des Gehirnes und die Konzentration, stärkt das Gedächtnis, beflügelt die Kreativität, regt das Talent zu musikalischem Ausdruck an, verbessert die Wahrnehmungsfähigkeiten, und fördert schliesslich, durch den musikalischen Ausdruck, das Talent unserer Persönlichkeit.

Sein Instrument technisch zu beherrschen und die künstlerische Wechselwirkung zu entdecken bleibt zwar, heute und in Zukunft, eine wesentliche Bereicherung, doch eröffnet der Mut, sich einem Publikum zu präsentieren und an einem Wettbewerb teilzunehmen, noch weitere Perspektiven.

Zur Freude, das eigene Instrument zu beherrschen und Selbstvertrauen zu gewinnen, kommt noch jene hinzu, die eigenen Talente im Vergleich mit anderen Persönlichkeiten, anderem Empfindungsvermögen zu testen; diese Herausforderung, der ihr euch selbst stellt, wird es euch erlauben, jungen Menschen mit denselben Zielen und Erwartungen wie ihr sie habt, zu begegnen, und neue Freundschaften zu schliessen.

Abgesehen von den renommierten internationalen, nur für die Virtuosen bestimmten Wettbewerben erlauben heute nur wenige musikalische Aktivitäten eine solche Vermischung und es sollten im Musikbereich dringend weitere Institutionen geschaffen werden. Denn die Freundschaftsbande sind für die Liebhaber der Musik eine wunderbare Quelle der Motivation.

Das sind wirklich gute Gründe, am SJMW teilzunehmen, der euch die Gelegenheit gibt nachzudenken, zu arbeiten, um euch gegenüber einer allzu vereinheitlichten Welt in authentischer Weise zu behaupten.

Möge die Musik in eurem ganzen Leben immer lebendig sein!

In diesem Sinne wünsche ich euch allen Erfahrungen und schöne Begegnungen, die euch in Erinnerung bleiben.

Trigger

Mario Venzago

Chefdirigent Berner Symphonieorchester

2013

Liebe jugendliche Wettbewerbsteilnehmer, sehr geehrte Förderer und Juroren,
verehrtes Publikum!

Als Chefdirigent des Berner Symphonieorchesters, des grössten klassischen Unternehmens der Bundeshauptstadt, heisse ich Sie alle zum 38. Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb in Bern herzlich willkommen.

Musik ist eine flüchtige Kunst. Ein Ton entsteht, verklingt und ist unwiederbringlich nur noch Erinnerung. Das treibt uns an, Musik immer wieder neu zu schöpfen und neu entstehen zu lassen.

Das ist jedesmal mit Risiko verbunden.

Ohne dieses Risiko des Musikmachens wäre unser Leben arm. Natürlich bewundern wir die berühmten Solisten und Orchester. Solche Meister der Extraklasse fallen aber nicht einfach vom Himmel. Sie sind der oberste Teil einer breit abgestützten Pyramide. Das heisst, Musik muss allen Menschen aus allen Schichten so früh und intensiv als möglich vermittelt werden. Nur so entstehen Verständnis und Leistung. Und zwar auf allen Ebenen.

Natürlich ist das Ziel breiter Musikvermittlung nicht, die Spitze zu fördern, sondern allgemein und grossflächig Verständnis und Leidenschaft für unsere Kunst zu wecken. Ihr jungen Musiker, die Ihr an diesem Wettbewerb teilnehmt, seid privilegiert. Ihr seid schon früh musikalisch ausgebildet worden und könnt alle richtig gut spielen. Und wollt das auch öffentlich zeigen. Allerdings kann man musikalische und künstlerische Leistungen nicht messen wie sportliche. Nicht der Schnellste ist der Beste. Es geht um das, was zwischen den Zeilen steht, das Unwägbare und Unaussprechliche. Natürlich sind Sauber-Spielen und Instrumentenbeherrschung die Voraussetzung. Aber das ist nicht alles. Musik hat eine Seele.  Nur wer selber berührt ist, kann berühren. Und das geschieht unabhängig davon, wie weit jemand ist.

Hinter den rasend schnell vergehenden Minuten Eures Auftretens liegen unendlich viele Stunden harten und beständigen Übens. Doch all diese Mühen sind vergessen und verklären sich, wenn etwas gelingt. Vielleicht gelingt etwas ganz Besonderes, das nur Ihr selber spürt. Vielleicht führt es zu einer Auszeichnung. Und vielleicht sogar in eine Karriere. Das ist alles nicht so wichtig.

Wichtig ist tatsächlich das Mitmachen, der Mut, aufzutreten, sich selber herauszufordern und einen Schritt weiterzukommen auf dem langen Weg in die Musik. Sei es als Berufsmusiker oder Hörer. In jedem Fall als Liebender der Musik.

Solche Auftritte gehen nicht ohne ein gewogenes Publikum und … ein wenig Glück! Beides wünsche ich Euch von Herzen!

Trigger

Alain Berset

Bundesrat

2013

Die Bedeutung von Musik für uns persönlich, aber auch für die Gesellschaft, ist gross. Musik fördert die Wahrnehmung und die Kreativität. Auch dient sie als gemeinsame Sprache, die hilft, Grenzen zu überwinden. Besonders Kinder und Jugendliche lernen so, Rücksicht auf andere zu nehmen und sich in eine Gemeinschaft zu integrieren.

Es gibt somit gute Gründe für den Bund, musikalische Bildung zu fördern. Das neue Kulturförderungsgesetz ermächtigt und verpflichtet ihn gleichzeitig dazu. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche beim Erwerb und bei der Entwicklung ihrer musikalischen Kompetenzen im ausserschulischen Bereich zu fördern – ergänzend zu kantonalen und kommunalen Bildungsmassnahmen.

Mit dem Ja zum Verfassungsartikel über die Jugendmusikförderung im September 2012 bestätigte das Stimmvolk die zentrale Rolle von Musik für die Entwicklung junger Menschen. Dieser Artikel garantiert hochwertigen Musikunterricht an Schulen und fördert besonders musikalisch Begabte. Zudem soll es Jugendlichen erleichtert werden, in ihrer Freizeit ein Instrument zu erlernen sowie musikalisch aktiv zu sein.

Auch der Schweizerische Jugendmusikwettbewerb stellt sich mit seiner reichen Erfahrung von über 35 Jahren in den Dienst der musikalischen Bildung. Er ist zeitgemäss – sind doch neben Klassik auch die Stilrichtungen Rock/Pop und Jazz vertreten. Deshalb wird dieser grösste, jährlich stattfindende, nationale Musikwettbewerb vom Bund verstärkt unterstützt. Die diversen Auftrittsmöglichkeiten sind für die Jugendlichen Ansporn und Belohnung zugleich: Hier wird gemeinsam musiziert und Erlerntes präsentiert. Damit eignet sich die junge Generation neue Fähigkeiten für die Zukunft an und ihr Mut wird mit Applaus beschenkt. Ich wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Freude an der Veranstaltung.

Trigger

Eugen David

Alt Ständerat

2012

Bildung gehört neben der Forschung zu den wichtigsten Quellen des Wohlstandes in der Schweiz. Kurzsichtig wäre es aber, Bildung nur auf die Vermittlung solcher Kompetenzen zu verkürzen, die in einem späteren Berufsleben nützen oder sich finanziell auszahlen.

Gerade musische Bildung leistet bei jungen Menschen einen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung und zur Entwicklung sozialer Kompetenzen, die sich nicht in Geld ausdrücken lässt. Musikerziehung hat ihren Preis. Aber noch viel mehr stellt sie eine Wertschöpfung dar, die den wesentlichen Reichtum unserer Gesellschaft ausmacht.

Der Schweizerische Jugendmusikwettbewerb lässt erleben, wie sich junge Menschen für eine Sache begeistern, wie sie Zeit und Energie einsetzen, um selbst zu musizieren (und nicht nur Musik zu konsumieren), wie sie sich Werke mit Ausdauer erarbeiten, um sie schliesslich öffentlich zu präsentieren und sich der Bewertung unabhängiger Fachleute zu stellen. Kinder und Jugendliche, die am Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb teilnehmen, begegnen Gleichaltrigen, stellen ihr Können unter Beweis. Sie messen sich und werden gemessen. Sie erleben Erfolge, sie erleben aber auch Grenzen. Beides ist wichtig. Beides formt und prägt. So eignen sich junge Menschen durch die Musik Haltungen an, die ihnen grundsätzlich im Leben zugute kommen werden.

Wer das gesellschaftliche und politische Leben der Schweiz aufmerksam verfolgt oder selbst mitgestaltet, weiss, dass Politik vieles, aber längst nicht alles bewirken kann. Wofür sich Menschen mit Liebe und Engagement einsetzen, lässt sich nicht durch Parlamentsbeschlüsse bestimmen. Politik kann aber günstige Rahmenbedingungen schaffen.

Der Schweizerische Jugendmusikwettbewerb ist aus der musikalischen Breiten– und Begabtenförderung unseres Landes längst nicht mehr wegzudenken. Er erfreut sich nicht nur einer breiten ideellen, sondern auch der grosszügigen finanziellen Unterstützung privater Förderer sowie der öffentlichen Hand. Die Kantone spielen hierbei eine wichtige Rolle. Da es der einzige nationale Wettbewerb ist, ist auch der Bund in der Pflicht, um seinen Fortbestand in Zukunft zu garantieren.

Ich wünsche den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei aller Anspannung Freude beim Musizieren, dem Publikum Vergnügen bei den Darbietungen und den Juroren die richtigen Entscheidungen.

Trigger

Christoph Brenner

Direktor Musikhochschule der Italienischsprachigen Schweiz

2012

Brauchen wir heute eigentlich noch Wettbewerbe?

Aber sicher! Wettbewerb gehört zum täglichen Leben, in Schule, Ausbildung, Beruf und Freizeit – wer ginge denn ins Fussballstadion, um immer nur ein Unentschieden zu sehen?

Gleichzeitig sind wir uns alle bewusst, dass man auch ohne grosse Wettbewerbssiege jemand werden kann. Kurzfristige Erfolge schmeicheln zwar dem Ego, sind aber nur eine mehr oder weniger bedeutende Momentaufnahme einer hoffentlich nachhaltigen Entwicklung. Wettbewerbe sind in erster Linie das, was wir aus ihnen machen, und nicht das, was wir in sie hineininterpretieren.

Der Schweizerische Jugendmusikwettwerb hat den Spagat zwischen elitärem Wettstreit und musikalischem Grossevent mit Breitenwirkung in vorbildlicher Manier geschafft. Wichtig ist natürlich die sportliche Auseinandersetzung mit der Konkurrenz – aber vorwiegend die eigene Leistung. Schön ist es zu gewinnen – und enttäuschend, ohne Preis zu bleiben. Aber: Auch ein Roger Federer verliert ab und zu eine Partie, und wichtig ist auch für uns, wie wir mit unseren Siegen und Niederlagen sowie unseren Konkurrentinnen und Konkurrenten umgehen.

Ich wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen spannenden und erfolgreichen Wettbewerb, eine gute Tagesform und das notwendige Glück. Ich hoffe, dass der Wettbewerb 2012 einen weiteren Schritt in der individuellen persönlichen Entwicklung darstellt, dass er Anlass zu neuen persönlichen Kontakten und Freundschaften bietet und, vor allem, dass er als eine Quelle neuer Motivation und Freude an der Musik in Erinnerung bleibt.

Trigger

Andreas Wegelin

Präsident des Stiftungsrates

2011

Was treibt junge Menschen an, bei einem Musikwettbewerb mitzumachen? Wenn man die Mädchen und Buben fragt, dann ist es die grosse Freude an der Musik: Musikhören macht Spass, und selber musizieren noch viel mehr! Der Jugendmusikwettbewerb wurde ursprünglich gegründet, um den Nachwuchs für die grossen Sinfonieorchester sicherzustellen. Inzwischen ist das längst nicht mehr der einzige Zweck. So haben etwa einige der Preisträgervielversprechende Solokarrieren gestartet, und für alle ist die Teilnahme zumindest ein grossartiges Erlebnis. Bereits zum 36. Mal bietet der SJMW den Jugendlichen in der Schweiz die Chance, ihren Eltern, Freunden und Kolleginnen ihr musikalisches Können zu demonstrieren. Jedes Jahr im März und Mai werden an den Entradawettbewerben und nachher am Finale viele junge Talente preisgekrönt. Auch dieses Jahr haben wir wieder knapp 1200 Anmeldungen zu verzeichnen. Ein neuer Rekord! Viele dieser jugendlichen Musikerinnen und Musiker bleiben ihr Leben lang Amateure und profitieren dennoch von diesen Wettbewerben. Bereits in früher Jugend haben sie gelernt zuzuhören, gemeinsam in Harmonie etwas zu erreichen und für ihre Ziele zu üben. Musik ist zudem in höchstem Mass eine universale Sprache, die über alle Sprach-, und Herkunftsgrenzen hinaus funktioniert. Der Umstand, dass sich an den Wettbewerben gebürtige Schweizer Jugendliche und in der Schweiz lebende Jugendliche aus anderen Nationen treffen, ist ein gutes Beispiel für eine gelungene Integration. Damit die Institution Schweizerischer Jugendmusikwettbewerb bestehen bleibt, sind wir Erwachsenen gefordert; Sie, die Eltern unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer, der Stiftungsrat, aber auch die Politikerinnen und Politiker dieses Landes. Zurzeit berät das eidgenössische Parlament über die Volksinitiative jugend+musik, die der Schweizer Musikrat im Dezember 2008 mit über 150 000 Unterschriften eingereicht hat. Ich rufe Sie auf: Unterstützen Sie weiterhin die Forderung nach besseren Bedingungen für die musikalische Bildung und Betätigung von Kindern und Jugendlichen. Nur so kann das Bestehen des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs langfristig gesichert werden. Heute wird der Wettbewerb von den Kantonen und den Städten finanziell unterstützt, in denen die Wettbewerbe stattfinden – nicht aber vom Bund. Wir haben wichtige Sponsoren: An erster Stelle die Credit Suisse Foundation und als weitere Partner die SUISA-Stiftung für Musik, Ernst Göhner Stiftung, Tonhalle-Gesellschaft-Zürich TGZ, Stiftung Ruth und Ernst Burkhalter, Schweizer Radio DRS2, SoftCon Software & Consulting GmbH, PriceWaterhouseCoopers AG. Sie alle zeigen, dass ihnen die Förderung der musikalischen Breite und Spitze viel Wert ist. Dafür danke ich ihnen im Namen des Stiftungsrates.

Trigger

Michael Haefliger

Intendant LUCERNE FESTIVAL

2011

Ein Buch über den berühmtesten aller Klavierpädagogen, den legendären Carl Czerny, trägt den Titel «Die Einzelhaft am Klavier». Musizieren kann tatsächlich ein sehr einsames Geschäft sein, wenn man Stunden über Stunden im dann nicht mehr so stillen Kämmerlein sitzt und sich mit Fingerübungen, Exerzitien und Etüden plagt. Übung macht den Meister, lautet die saure Devise. Aber es gibt zwei Arten der Belohnung. Zum einen das Zusammentreffen mit Gleichgesinnten im Duo, Ensemble oder Orchester – das unvergleichliche Erlebnis der gemeinsamen musikalischen Erfüllung. Zum anderen aber die Begegnung in der Konkurrenz. Zwar sollen sich Musiker im Grunde niemals als Rivalen betrachten. Dennoch ist es nach der langen Zeit der Zurückgezogenheit und der Isolation mit dem Instrument unvermeidlich, nein, sogar wünschenswert, in einem Wettbewerb mit Gleichaltrigen die eigenen Chancen und Grenzen auszuloten: als Momentaufnahme und Ansporn, doch keineswegs als Endergebnis. In diesem Sinne gleichen Wettbewerbe einem (ersten) Schritt in die Welt, in die Musikwelt, in der sich viele, die heute beim Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb ihre Kräfte messen, eines Tages zu Hause fühlen werden – ob als Solisten, Kammermusiker oder Orchestermusiker, man wird es sehen. Man wird es hören!

Ich wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Glück und Erfolg, nicht nur für diesen Wettbewerb, sondern für ihr ganzes weiteres musikerfülltes Leben.

Trigger

Didier Burkhalter

Bundesrat

2011

«Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.»
F. Nietzsche

Das Erlernen eines Instruments oder des Gesangs ist eine ausgezeichnete Lebensschule. Es erfordert Durchhaltevermögen, schult Sorgfalt, Geduld und Ausdauer; es fördert das Sozialverhalten, Solidarität und Verantwortungssinn. Es erschliesst auch wertvolle Potenziale, jenes der Freude, des Selbstausdrucks und der künstlerischen Sensibilität. Mitunter führt diese Erfahrung sogar zu einer Leidenschaft, zu einer Bestimmung im Leben. Seit 35 Jahren führt der Schweizerische Jugendmusikwettbewerb alljährlich Anfang März Kinder und Jugendliche aus der ganzen Schweiz zusammen und erlaubt es ihnen, unter dem wohlwollenden Auge von Fachpersonen ihr musikalisches Können unter Beweis zu stellen. Über 1000 Amateurmusikerinnen und -musiker im Alter von 8 bis 22 Jahren werden dieses Jahr erwartet, um gemeinsam zu singen und zu spielen. Während drei Tagen werden sie als Solisten, mit Klavierbegleitung oder in Ensembles ihre Akkorde in neun Regionen der Schweiz erklingen lassen. Auch wenn die Freude bei der Veranstaltung an erster Stelle steht, geht das Können nicht vergessen. Nach einer Selektion durch eine strenge Jury nehmen die besten Kandidatinnen und Kandidaten im Mai am Finalwettbewerb teil, einem wichtigen Sprungbrett für jene, die eine Musikerlaufbahn anstreben. Der Schweizerische Jugendmusikwettbewerb verzeichnet über die Jahre einen ständig wachsenden Erfolg. Er setzt sich für die Unterstützung des Musizierens − ungeachtet des Niveaus − ab der Kindheit ein und unternimmt zugleich alle Anstrengungen, um herausragende Talente zu fördern. Dabei wird keine Sprachregion auf Kosten der anderen bevorzugt. Er bietet allen Gelegenheit zum Gemeinschaftserlebnis mit dem Publikum, den anderen Kandidatinnen und Kandidaten, Familien, Lehrpersonen und Fachpersonen aus der Branche. Ich wünsche dem Wettbewerb ein langes Bestehen und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Freude.

Trigger

Prof. Gerd Albrecht

ehem. Dirigent des Tonhalle-Orchesters Zürich

2012

Damals wie heute ist es mir ein ganz besonderes Anliegen, der Jugend die klassische Musik näher zu bringen und im Speziellen die Jugend musikalisch zu fördern. Dabei sind nicht nur meine Klingenden Museen entstanden, die sehr erfolgreich in Hamburg und Berlin den Erstkontakt zu klassischen Musikinstrumenten vermitteln, sondern auch unter anderem der Schweizerische Jugendmusikwettbewerb für klassische Musik.

Bei der Gründung 1975 war dieser Wettbewerb einmalig in der Schweiz. Im Fokus stand in erster Linie die Förderung des musikalischen Nachwuchses. Aber der Wettbewerb sollte auch dabei helfen, die jungen Talente mehr ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken, ihnen mehr mediale Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die bis dahin immer nur den klassischen «Stars» zuteil wurde.

Wir wollten mit dem Wettbewerb die Jugend für ihre Leistungen, ihre Disziplin und ihre Leidenschaft zur Musik honorieren und auszeichnen. Und ein ganz wichtiger Punkt bestand darin, durch diese erst- und einmalige Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen die «Jungmusiker» mit den «Profimusikern» zu vernetzen, um damit auch die Einstiegschancen in die Berufswelt zu verbessern.

Ich bin sehr glücklich darüber, dass meine damaligen Intentionen den Wettbewerb offensichtlich auch heute noch begleiten, und ich freue mich, dass der Wettbewerb nun auch durch die Sparten Jazz, Rock- und Popmusik ergänzt wurde.

Es wäre toll – und der Nachhaltigkeit wäre damit wundervoll genüge getan –, wenn dieser Wettbewerb noch viele weitere Jahre erfolgreich der Jugend ein Sprungbrett ins professionell musikalische Leben bietet.

Trigger

Daniel Fueter

Musiker

2010

Auch 2010 feiern wir ein Musikfest der Jugend. Wieder geniessen wir ein schweizweites Konzert. Ich bin stolz zum diesjährigen Wettbewerb ein Grusswort beitragen zu dürfen. Als einer der Ersten darf ich lange vor den ersten Auftritten gratulieren: den Teilnehmenden, die für ihre Musikbegeisterung öffentlich einstehen, den Lehrerinnen und Lehrern, welche die jugendlichen Musikerinnen und Musiker gefördert haben, all denen, die an Schulen und in der Wettbewerbsorganisation die administrativen Voraussetzungen zum Lernen und Spielen schaffen. Danken möchte ich auch den Familien und Freundinnen und Freunden der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ihre Unterstützung zu Hause und im Konzertsaal und den Nachbarinnen und Nachbarn, welche der fleissigen Musikjugend zurufen: Macht doch das Fenster auf beim Üben, damit auch wir etwas davon haben.

Man kann statt Wettbewerb auch Wettkampf, Wettstreit sagen. Ich habe nachgeschaut: auch im Wort «Konzert» steckt der Gedanke des Wetteiferns. Aber es ist ein Wetteifern um eine Übereinkunft, um ein Zusammenwirken. Das schweizweite Wettspiel, das nationale Konzert ist auf Gemeinsamkeit ausgerichtet, nicht auf Kampf, nicht auf Streit. Unsere Bewunderung gilt der Spielfreude, dem, was bislang an Können erreicht wurde, allem, was in Zukunft noch wachsen kann. Es geht nicht um Sieg oder Niederlage. Musikmachen ist Spiel, vielleicht das vielfältigste Spiel, zu dem der Mensch geboren ist.

Musikspielen und Singen setzen Hören voraus: Hören nach innen, in unsere Phantasiewelt, Hören nach aussen, in die Welt, die uns umgibt. Es ist wunderbar, wenn Kinder und Jugendliche im Probenraum, auf dem Podium und im Saal das Gehör für die leisen Töne schärfen, wo doch ringsum nur Lautstärke erfolgversprechend scheint. Es ist wichtig, dass ein Musikpublikum auf Verschiedenartigkeit achtet, während globale Gleichförmigkeit angesagt ist. Wenn News und Events die Bildschirme und Zeitungsseiten dominieren, gilt es zurückzuhören in die Vergangenheit, ob von dort unverzichtbare Botschaften zu uns kommen.

Trigger

David Zinman

Chefdirigent und künstlerischer Gesamtleiter seit 1995/96

2009

Es freut mich, Sie zum Regionalwettbewerb des 34. Schweizer Musikwettbewerbes für Jugendliche begrüssen zu dürfen! Dass sich junge Menschen mit Musik beschäftigen, sich in jahrelanger Arbeit mit ihrem Instrument vertraut machen und somit das Geschenk, Musik machen zu dürfen, weitertragen, halte ich für eine der nachhaltigsten und daher wertvollsten Tätigkeiten, um die Zukunft der Musik zu sichern und ihr neue Wege zu ebnen.

Miteinander Musik zu machen ist dabei immer wieder ein grossartiges Erlebnis, das die verbindende Kraft der Musik zum Ausdruck bringt. Gerade auch Musikwettbewerbe bieten jungen Menschen die Chance, hierfür ihre Neugierde und ihr Können auszubilden. Nicht zuletzt deshalb freue ich mich, dass Sie, liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, im Rahmen des Regionalwettbewerbes miteinander musizieren lernen. Einige von Ihnen werden dadurch auf ihrem Weg als professionelle Musiker bestärkt werden – auch das Tonhalle-Orchester Zürich hat ja tatsächlich eine ganze Anzahl von früheren Preisgewinnern unter seinen Mitgliedern. Andere von Ihnen werden der Musik vielleicht eher in Ihrer Freizeit treu bleiben und dabei hoffentlich etwas ganz Wesentliches sein: das Musik liebende und die Musik tragende Publikum!

Dass die Musik weiterlebt – dazu leisten Sie, liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, einen grossen Beitrag. Umso mehr wünsche ich Ihnen für Ihren musikalischen Weg viel Erfolg und Freude.

Trigger

Pascal Couchepin

Bundesrat, Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern

2009

Musik ist der Ausdruck einer Gemeinschaft. Sie steht für Geselligkeit, Teilhabe und Freundschaft. Die Erfahrung von Orchestern, in denen Musizierende aus traditionell verfeindeten Nationen mitwirken, zeigt uns: Musik hat die Kraft, Menschen über Grenzen und Konflikte hinweg zu verbinden.

Musik ist zweifellos die von jungen Leuten am häufigsten ausgeübte Kunst und welch bessere Begleitung kann man ihnen auf dem Weg zum Erwachsenwerden wünschen? Egal ob in einem kleinen Ensemble, in einem Orchester, alleine im eigenen Zimmer oder zusammen mit Freunden: Jeder übt sich darin auf seine Weise, mit mehr oder weniger Erfolg. Musikalisches Talent offenbart sich früh; soviel hat uns der Schweizerische Jugendmusikwettbewerb gezeigt.

Seit über 30 Jahren bietet der Schweizerische Jugendmusikwettbewerb zukünftigen Musikerinnen und Musikern Gelegenheit, sich kennenzulernen, miteinander zu spielen und sich aneinander zu messen. Er hat sich im Laufe der Jahre gewandelt, bis er zu dem wurde, was er heute ist: ein eigentliches Sprungbrett für jene, die eine Musikerlaufbahn anstreben. Der Jugendmusikwettbewerb, 1975 ins Leben gerufen, hat an Reife und Professionalität gewonnen. Erfolgreiche Partnerschaften konnten eingegangen werden, die es gestatten, ein hohes Qualitätsniveau zu wahren. Die verliehenen Preise sind mit Bedacht gewählt, um ihre Aufgabe der Nachwuchsförderung bestmöglich zu erfüllen: Ich denke insbesondere an die Engagements von Solistinnen und Solisten oder an die Stipendien für den Besuch von Meisterkursen.

Und nicht zuletzt ist der Schweizerische Jugendmusikwettbewerb eine beliebte, begeisternde Veranstaltung, bei der Jung und Alt ein wahres Fest der Musik erleben dürfen. Ich gratuliere den Finalteilnehmenden zu ihrem Erfolg und wünsche dem Wettbewerb ein gutes Gelingen.

Trigger

Nicolas G. Hayek

Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates, The Swatch Group AG

2008

Liebe junge Musikerinnen, liebe junge Musiker,

Für mich sind Sie glückliche Menschen. Glückliche Menschen, weil Sie einen Beruf, eine Berufung oder eine Kunst beherrschen, die hundertprozentige Freude, Spass am Leben, Schönheit, wunderbare Emotionen, Liebe und vieles mehr bei allen Menschen verbreiten kann.

Musik ist eine Kunst, welche sich für alle Menschen auf der ganzen Welt zu einem Vollgenuss entwickeln kann und ohne irgendwelche Barrieren, unabhängig von Sprache, Kultur oder Rasse respektive Herkunft ist.

Musik ist ein Elixier und genauso wichtig wie Wasser, jedoch überall erreichbar, nachvollziehbar, einfach zu finden und gleichzeitig sehr wertvoll. Musik ist das demokratischste aller Elixiere, da es quasi «kostenlos» Arm und Reich zur Verfügung steht. So hat auch die alte Geschichte des weisen Königs Salomon viel mit Musik zu tun: Ein Bettler ass – sitzend am Strassenrand, in der Nähe eines Restaurants – ein trockenes Stück Brot, als ihm der köstliche Duft gebratenen Fleisches in die Nase stieg. Nachdem er sein trockenes Stück Brot aufgegessen hatte, kam der Wirt auf ihn zu und bezichtigte ihn des folgenden Vergehens:

Wirt: «Während du dein trockenes Brot gegessen hast, konntest du den feinen Duft meines gebratenen Fleisches geniessen, was dich nun einen Piaster kostet!»

Der Bettler antworte darauf: «Oh Gott, wie komme ich denn dazu, Euch meinen einzigen Piaster für lediglich Rauch zu überlassen, abgesehen davon, dass ich nicht wirklich etwas davon hatte?» Und so kam es, dass sich die beiden vor dem weisen Richter und König Salomon wieder trafen. Dieser hörte sich die Geschichte der beiden an und gab in der Tat dem Wirt Recht und sagte dem Bettler: «Gib mir deinen Piaster.» Verzweifelt musste nun der arme Mann König Salomon seinen Piaster übergeben, worauf dieser das Geldstück zu Boden fallen liess. Zum Wirt gewandt, sagte er: «Hast du die tolle Musik gehört, die beim Herunterfallen entstanden ist?» Der Wirt antwortet: «Ja, mein König – dies war sehr schön.» Daraufhin erwiderte der König: «Siehst du, so bist du reichlich bezahlt für den Duft deines gebratenen Fleisches» und gab dem Bettler seinen Piaster zurück.

Und so ist aus Musik ein toller Volksreichtum geworden, der später die ganze Welt erobert hat. Deshalb beneide ich Sie um ihre Fähigkeit, all dies geniessen und erleben zu können und wünsche Ihnen allen viel Freude und Spass am diesjährigen Jugendmusikwettbewerb.

Ihr «neidischer»
Nicolas G. Hayek

Trigger

Dimitri

Clown

2008

Was wäre eine Welt ohne Musik, ohne Gesang? Unvorstellbar, traurig und tragisch.

Jedes Kind hat gerne Musik, liebt den Gesang der Mutter und lernt selber gerne Lieder singen oder tanzt und bewegt sich spontan und instinktiv zum Rhythmus.

Ich bin glücklich, dass in der Schweiz das Musizieren gefördert wird durch Musikschulen und -vereine oder eben auch durch die Stiftung Schweizerischer Jugendmusikwettbewerb. Man kann nie genug zur Förderung des Musizierens tun, denn wenn auf der Welt mehr Musik gemacht würde, gäbe es bestimmt weniger Kriege. Die Musik ist, wie die Pantomime, nicht an Worte und Sprachen gebunden und wirkt dadurch völkerverbindend. Natürlich gibt es einen grossen Unterschied zwischen Musik machen und hören – und beim Hören wiederum ist ein Livekonzert unvergleichlich viel schöner und wertvoller als der Konsum ab Tonträger. Die grösste Freude im Leben ist aber, selber zu musizieren, allein, mit andern im Chor, im Orchester oder in einer Band. Auch wenn «nur» amateurhaft betrieben, macht das Musizieren frei und fröhlich und bringt uns der grossen Welt der Musik näher.

Trigger

Cecilia Bartoli

Mezzosopranistin

2007

Ich begrüsse jede Art von Musikförderung, in jeder Form und für jedes Alter, denn ich bin überzeugt, dass Musik zu den Grundwerten des menschlichen Seins und Zusammenlebens gehört. In der heutigen, viel zu lauten Welt, hat wirkliche Musik leider einen schwindenden Stellenwert und muss deshalb – gerade an Kinder und Jugendliche – aktiv vermittelt werden. Damit meine ich nicht, dass man im Kindesalter zum Berufsmusiker gedrillt wird, sondern dass man sich der Musik in all ihren Facetten aussetzt: Instrumente spielt, in Chören singt, gemeinsam tanzt, in Konzerte geht, der Grossmutter ein Lied vorsingt, sich vom Vater etwas vorspielen lässt usw. Hier muss der Samen gepflanzt werden, damit er später erblühen kann.

Doch manche Kinder besitzen eine besondere Begabung. Damit solche junge Menschen sich seelisch und persönlich voll entfalten können, ist es wichtig, dass ihr Talent frühzeitig entdeckt und gefördert wird. Dazu gehört auch ein Wettbewerb, denn er stellt die unendlichen Möglichkeiten, Musik zu interpretieren, zur Diskussion und regt die Jugendlichen an, Gleichgesinnten zu begegnen und sich mit deren Zugangsweise auseinanderzusetzen.

Ich gratuliere der Schweiz zu ihrem von Jahr zu Jahr wachsenden, das ganze Land übergreifenden Wettbewerb für begabte Jugendliche. Auch so wird die Aufmerksamkeit der Bevölkerung wieder vermehrt auf die Musik gelenkt.

Trigger

Prof. ord. Dr. h.c. Nikolaus Harnoncourt

Dirigent

2005

Musik ist unsagbar wichtig, ja notwendig für uns Alle; das wissen die Menschen rund um den Globus. – Nur, leider, in der westlichen Welt wird ihr Spielraum – wie der jeder Kunst – immer kleiner, stillschweigend zurück­gedrängt vom Geschäftigen und Nützlichen. Umso wichtiger finde ich es nun, wenn junge Menschen musizieren – ganz ohne berufliche Zielsetzung oft – und damit Freude, Phantasie und Zusammenwirken üben. Das bleibt fürs Leben!

Alles Gute.

Trigger

Adrian Oetiker

Pianist

2004

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, liebe Eltern und Lehrer,

Zahlreiche persönliche Erinnerungen verbinden mich mit dem Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb. Viele von ihnen sind positiv: Neben den Kontakten, die zum Teil bis heute lebendig und wichtig geblieben sind, waren es vor allem die ersten exponierten Auftritte, die mir wie vielen anderen dabei halfen, die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Aber auch negative Erfahrungen galt es zu bewältigen – immerhin habe ich mein Ziel, in der Endausscheidung einen 1. Preis zu gewinnen, bei vier Teilnahmen nie erreicht.

Die konventionelle Berichterstattung beschränkt sich im Wesentlichen auf Erfolgsmeldungen, und das ist auch gut so, denn niemand möchte Misserfolge an die grosse Glocke hängen! Es ist wunderbar, dass die guten Nachrichten verbreitet werden, die schlechten hingegen dort bleiben, wo sie hingehören: in die private Verarbeitung. Für unerfahrene Beobachter ergibt sich daraus aber manchmal ein Missverständnis: Die öffentlich dokumentierten Erfolgsgeschichten sind oft verfremdet und gefiltert, weil sie nicht lückenlos sind. Man liest in Biographien und Lebensläufen schliesslich nur sehr selten von nicht gewonnenen Wettbewerben und erfolglosem Üben – obwohl das natürlich immer Teil der Arbeit ist!

So sind die SJMW-Wochenenden für alle Teilnehmer einerseits Resultat und verdienter Lohn für grossartige Arbeit. Andererseits sind sie aber nur Momentaufnahmen auf einem Weg, den jeder in seinem eigenen Tempo zu­rücklegen muss. Ein Jugendmusikwettbewerb ist nichts anderes als ein zufällig aufgestellter Zwischenzeitmesser, der nicht zwischen Marathon-Läufern und Sprintern unterscheiden kann. Darüber sollten sich vor allem Eltern und Lehrer im Klaren sein. Den Teilnehmern wünsche ich von Herzen, dass sie ihre persönlichen Ziele erreichen­ entweder jetzt oder später.

Trigger

Simone Niggli-Luder

Sportlerin

2004

In meiner Schulzeit spielte ich Klarinette, doch das Üben wurde mit der Zeit vom sportlichen Training verdrängt. Bei Vortragsübungen oder Konzerten verspürte ich oftmals ähnliche Gefühle wie vor einem Orientierungslauf­-Wettkampf und ich denke, dass zwischen Spitzensport und professioneller Musik gewisse Parallelen sichtbar sind. In beiden Sparten geht es darum sich realistische Ziele zu setzen, die einen motivieren und anspornen. Um diese Ziele zu erreichen, braucht es neben Talent viel Aufwand. Unzählige Trainings- und Übungsstunden sind erforderlich, ein grosser Wille und Ehrgeiz. Dabei gehört auch Verzicht dazu, doch die Genugtuung bei Erfolg gibt vieles oder gar mehr zurück.

Im Orientierungslauf strebt man danach, alle Posten fehlerfrei anzulaufen – in der Musik ebenso die Noten zu spielen. Mit der Zeit nimmt die Perfektion zu, nicht nur die richtigen Noten, sondern auch die Klangfarbe wird von Bedeutung. Im Orientierungslauf wie auch in der Musik sind Konzentration und Erfahrung sehr wichtig. Die Fähigkeit, sich für eine gewisse Zeit hundertprozentig auf seine Aufgabe zu konzentrieren, ist von immenser Bedeutung, die sowohl im Sport wie auch in der Musik gefordert wird. Obwohl ich bereits viele internationale Erfahrungen gemacht habe, so bin ich doch immer wieder nervös vor einem wichtigen Wettkampf. Das darf und muss für mich auch so sein, denn nur so gelange ich in diese Wettkampfstimmung, die mich für eine herausragende Leistung fähig macht.

Den Wettkampf selbst bezeichne ich als Ernte nach dem aufwändigen Training. Nun kann ich zeigen, was ich gelernt und investiert habe, der Wettkampf ist der Saisonhöhepunkt!

In diesem Sinne wünsche ich allen jungen Musikerinnen und Musikern eine erfolgreiche Teilnahme an ihrem Höhepunkt, dem Jugendmusikwettbewerb!

Trigger

Simon Ammann

Doppel-Olympiasieger von Salt Lake City 2002

2003

Musik hören bedeutet für mich meistens Entspannung, Ablenkung und Abschalten. Ich greife in meinem Alltag als Spitzensportler oft auf Musik zurück, um mich von meinen Gedanken rund ums Skispringen zu lösen. Dann spüre ich in der Musik etwas Befreiendes und Inspirierendes. In meiner Freizeit gehe ich gerne tanzen, auch deshalb, weil Musik und Rhythmus mich in Bewegung bringen! Fast noch wichtiger aber sind die Emotionen, die in der Musik ihren Ausdruck finden. Ganz speziell in Erinnerung geblieben ist mir jener Moment im Athletendorf in Salt Lake City, als sich am Abend nach meinem ersten Olympiasieg das gesamte Skisprungteam im «Coffeehouse» traf, der Teamchef Gary Furrer die Gitarre zückte und wir nach Herzenslust drauflos sangen. Wohl hätte die Qualität unseres vielstimmigen Gesangs nie zur Teilnahme an einem Musikwettbewerb gereicht, trotzdem fühlten wir uns alle wie grosse «young tenors»!

Bewegung, Inspiration und Emotionen – dies sind sicher besondere Merkmale, welche Musik und Skispringen gemeinsam haben. Wenn es dann noch um den Wettbewerb geht, werden weitere Gemeinsamkeiten deutlich: die Herausforderung, vor Publikum anzutreten, das Sichmessen mit der Konkurrenz, die spezielle Atmosphäre rund um den Wettbewerb, vielleicht eine gewisse Hektik und Nervosität. Wer bei einer Meisterschaft reüssieren will, muss sich dieser Situation stellen – ja, vielleicht muss man diese Ambiance sogar lieben.

Mindestens so wichtig wie der sportliche Erfolg – und das ist wahrscheinlich bei vielen ausserordentlich erfolgreichen Musikerinnen und Musikern ähnlich – ist meines Erachtens aber die persönliche Genugtuung, eine bestimmte Fertigkeit zu beherrschen, die ich mit grosser Hingabe und über viele Jahre hinweg trainiert und entwickelt habe. In diesem Sinne wünsche ich allen Musikerinnen und Musikern eine erfolgreiche und erlebnisreiche Teilnahme am Jugendmusikwettbewerb!

Trigger

Sonja Nef

Weltmeisterin und Skiweltcup-Siegerin im Riesenslalom

2002

Sowohl im Sport als auch in der Musik geht es um Erfolg, Leistung, Anerkennung und Hingabe. Bei beiden ist die Schwelle zwischen Sieg und Niederlage eine ganz geringe. Die Begeisterung für eine Sache ist gefüllt mit Emotionen, die bewegen, und Gefühlen, die verbinden.

Einen Sieg zu erleben ist ein grosses Glücksgefühl! Es ist eine Bestätigung für das lange harte Training und die vielen Entbehrungen, die man im Leistungssport akzeptieren muss. Wenn ich einen Sieg um nur wenige Hundertstel-Sekunden an die Konkurrentin abgeben muss, dann ärgert mich das für den ersten Moment sehr und man hat das Gefühl, das Glück steht einfach nicht auf Deiner Seite. Aber dem ist nicht so und wenn man wieder etwas Abstand zum Wettkampf gewinnt, dann sieht man dies auch schnell wieder ein – das ist eben Sport LIVE! Man zieht aus diesen Erlebnissen seine Erfahrungen. Und die Erfahrungen die man durch das Verlieren gewinnt, sind gute Erfahrungen. Reifer und stärker bzw. besser wird man durch Niederlagen und nicht durch Siege. Also nie aufgeben, immer an sich glauben und aus den Fehlern lernen und weiterkämpfen. Denn Talent alleine reicht nicht aus, egal ob im Sport oder in der Musik – man muss hart trainieren, immer mehr als die Konkurrenz!

Ich wünsche den jungen Teilnehmern und Teilnehmerinnen ganz viel Glück und Erfolg und vor allem einen fairen Wettbewerb!